Reisebericht “Kwazulu Natal” von Anja Ludewig

Reisebericht Kwazulu Natal:

ISimangaliso Wetland Park

Mit dem Mietwagen geht es von Durban zum ISimangaliso Wetland Park, wo wir in der Makakatana Bay Lodge, mit kalten Tüchern und einem erfrischenden Fruchtcocktail begrüßt werden. Dann geht es auf Erkundungstour zum riesigen St. Lucia Gezeiten-See. Ein großes Krokodil fühlt sich von uns gestört und flitzt direkt vor uns ins Wasser – wir sind in der Wildnis Afrikas angekommen! Zum Abendessen werden wir von den Inhabern der Lodge, Leigh-Ann und Ihrem Mann Hugh persönlich begrüßt. Leigh-Ann ist Künstlerin und hat jede Suite ganz individuell eingerichtet. Wir könnten den ganzen Abend ihren spannenden Geschichten zuhören, aber es ist noch eine Nachtpirschfahrt geplant. Dies ist ein unbeschreibliches Erlebnis – man hört und riecht die Natur viel stärker im Dunkeln. Uns begegnen Nilpferde, Antilopen, Büffel und die lustigen Warzenschweine. Am nächsten Morgen fahren wir mit dem Jeep zum See. Unterwegs treffen wir auf Giraffen und Kudus und sehen unzähligen Seerosen. Weiter geht es mit dem Boot. Mangrovengesäumte Landschaften ziehen vorbei und wir sehen zahlreiche Flusspferd-Familien, Krokodile, Fischadler und eine Webervögel-Kolonie.  Ein Wanderweg bringt uns vom Ufer des Gezeitensees an die Mündung des indischen Ozeans. Im „Eastern Shaw“ des Nationalparks trifft man, neben zahlreichen wilden Tieren, auf die 25.000 Jahre alten bewaldeten Dünen, die zu den höchsten der Welt zählen. Am traumhaften, einsamen Strand bereitet uns Julian, unser Ranger, ein köstliches Picknick.  Löwen sind hier neuerdings auch wieder zu sehen und somit kann man hier auf die berühmten „BIG SEVEN“ treffen. Abends wird uns in der „BOMA“ ein leckeres „BRAAI“ serviert, das für Südafrika so typische „Barbeque“ am offenen Feuer. Ein herrlicher Abschluss des Tages!

Weiterreise ins Konigreich Swasiland

Am nächsten Tag geht es weiter in Richtung Königreich Swasiland. Eine üppige grüne Landschaft liegt vor uns, die in Swasiland in Hügel und Berge übergeht. Wir geniessen die schöne Fahrt und nach ca. 4,5 Stunden erreichen wir „Foresters Arms“, nahe Mbabane. Dieses gemütliche kleine Country Hotel besitzt einen großen Garten mit schönem Pool und bietet verschiedene Sportmöglichkeiten wie Reiten, Wandern und Mountainbiking. Perfekt also auch für aktive und sportliche Gäste. Die Umgebung ist sicher, man kann sich frei bewegen.Vor dem  Abendessen genießen wir am Kaminfeuer einen Sundowner und werden persönlich von der Managerin Ruth begrüßt. Sie erzählt ausgesprochen interessant über das Leben im Königreich und hat unzählige Vorschläge für Unternehmungen in der näheren Umgebung. Wir sind uns alle einig: Swasiland ist auch einen längeren Besuch wert! Am nächsten Tag besuchen wir die älteste Eisenmine der Welt und die Ngwenja Glass Factory. Diese Glasmanufaktur ist weltweit bekannt, sozial sehr engagiert und hat in Swasiland viele Arbeitsplätze geschaffen.

Zurück in Südafrika – Nkomazi Game Reserve

Gegen Mittag erreichen wir das Nkomazi Reservat. Ein offener Geländewagen bringt uns ins Camp – es ist unglaublich, wie vielen Tieren wir bereits jetzt begegnen. Zehn komfortable Zelte sind durch angelegte Pfade im Busch miteinander verbunden. Jedes Zelt verfügt über eine uneinsehbare Veranda mit Plunge-Pool und ist sehr gemütlich eingerichtet. Am Nachmittag geht es wieder auf die Pirsch. Die herrliche Landschaft ist abwechslungsreich und präsentiert eine riesige Artenvielfalt. Wir begegnen einer Giraffen-Familie, die sich völlig ungestört um uns herum bewegt. Die Elefantenherde ist da schon skeptischer. Mehrfach müssen wir für sie den Weg frei machen, um sie nicht zu verärgern. Ein plötzlicher Gewitterausbruch bringt uns schneller als erwartet zurück ins Camp. Leider können wir deshalb das geplante Abendessen nicht in der BOMA einnehmen, aber die freundlichen Angestellten sind flexibel und servieren uns im Messezelt ein famoses Abendessen. Nachts lauschen wir den Geräuschen der Wildnis, schauen in den Sternenhimmel und träumen letztendlich im gemütlichen weichen Bett von Giraffen und Elefanten… Früh am nächsten Morgen, nach einem schnellen Kaffee, geht es erneut auf Pirschfahrt. Vor uns geht die Sonne auf und dieses Morgenlicht lässt die Landschaft noch bezaubernder aussehen. Nkomazi ist ein absolutes Tierparadies. Nach etwa einer Stunde serviert uns Paul, unser Ranger, auf einer Hügelkuppe einen leckeren Kaffee und berichtet uns von den Buschman-Zeichnungen, diewir dann auch noch zu sehen kriegen. Sie sind Jahrtausende alt und erzählen vom Leben der Sammler und Jäger. Man kann Nkomazi auch zu Fuß oder mit Mountainbikes erkunden. Ausserdem wird Fliegenfischen und Sternenbeobachtung angeboten.

Entlang der Panorama Route über White River nach Makalali

Wir verbringen eine Nacht im gemütlichen Country-Hotel “Olivers”. Es wird von einer österreichischen Familie geführt und befindet sich direkt an einem Golfplatz. Das dazugehörige Restaurant gehört zu den Top-Restaurants in Südafrika. Am nächsten Tag geht es über Pilgrims Rest, eine gut erhaltene alte Goldgräberstadt, in Richtung Blyde River Canyon. Es ist ein regnerischer Tag und die Sicht ist eingeschränkt, doch als wir an den berühmten ‘3 Rondavels’ – einer Felsformation – ankommen, haben wir Glück und die Wolkendecke lichtet sich für einige Minuten. Am späten Nachmittag erreichen wir Garonga im Makalali Game Reserve in Limpopo. Dieses Camp besteht aus 6 Zelten, die an einem ausgetrockneten Flussbett liegen. In der Mitte befindet sich das Hauptzelt, sehr offen gestaltet, mit gut ausgestattetem Weinkeller und  Pool. Von überall hat man einen tollen Blick auf das Flussbett. Ein nagelneues, offenes Safari-Fahrzeug erwartet uns und diesmal werden wir von einem Ranger und einem Fährtenleser begleitet. Den Sundowner genießen wir auf einer Holzplattform mitten im Busch. Nachts kann diese Plattform auf Wunsch zu einem “Starbed” umgebaut werden. Vollkommen einsam eine Nacht mitten in der Wildnis erleben – ein unvergessliches Abenteuer, auch für Afrika-Kenner. In Garonga ist es nach Einbruch der Dämmerung nicht mehr erlaubt, allein im Camp umher zu laufen, daher werden wir zum Dinner von einem Ranger abgeholt. Der große Haufen Elefantendung direkt vor unserem Zelt ist überzeugend. Nach einem exquisiten Mahl fasziniert uns der Blick in den Sternenhimmel so sehr, dass wir trotz großer Müdigkeit noch einen Drink genießen. Afrika bei Nacht ist unbeschreiblich schön! Am nächsten Tag führt uns Bernie, der freundliche Besitzer des Camps zu Little Garonga, einem kleinen autarken Camp mit 3 Suiten, das im Gegensatz zum Zeltcamp aus festen Häusern besteht. Little Garonga ist perfekt für kleine Gruppen oder Familien, die unter sich bleiben wollen. Nachmittags wird es wieder spannend, eine Fußpirsch ist angesagt. Gemeinsam mit unserem Ranger wandern wir durch den Busch. Er erzählt äußerst interessant über das Leben im Busch und welche Pflanze uns wie, beim Überleben helfen könnten. Glücklicherweise begegnen wir nur Tieren, die uns wohl gesonnen sind. Am letzten Tag zeigt sich Garonga dann nochmal in voller Pracht und wir begegnen drei Löwen.

Ants Collection in den Waterbergen

Ants Collection besteht aus den beiden Lodges Ants Hill und Ants Nest. Ants Nest ist das alte Farmgebäude der Familie, das von Ant und Tessa zu einem Gästehaus mit Garten und beheiztem Pool umgebaut wurde. Ants Hill liegt ca. 45 Minuten entfernt auf einem Felskamm und besteht aus verschiedenen, reetgedeckten Steinhäusern.
Das Besondere sind hier die Reitsafaris. Aus einer Herde von ca. 90 Pferden wird selbst für absolute Anfänger ein passendes Buschpony gefunden. Gemächlich lässt man sich dann durch den Busch tragen, vorbei an grasenden Antilopen, Nashörnern oder Kudus. Erfahrene Reiter können auch schon mal mit Zebras oder Giraffen um die Wette galoppieren. Da die Pferde selbst im Busch leben, gemeinsam mit den wilden Tieren, haben sie sich aneinander gewöhnt und man kommt so nah an wilde Tiere heran, wie es zu Fuß oder im Geländewagen niemals möglich wäre. Noch an diesem Nachmittag wandern wir zu Fuß auf den Spuren der Giraffen und kommen ihnen erstaunlich nah.
Am Abend sitzen wir bei romantischem Sternenhimmel in der Boma und bekommen ein ausgezeichnetes Dinner serviert. Ant erzählt uns vom Leben im Busch und seiner Collection, zu der auch noch ein Buschcamp mit nur drei Zelten gehört. Am nächsten Morgen besteigen wir unsere Pferde. Tatsächlich lassen sich die wilden Tiere von uns überhaupt nicht stören, es ist als gehörten wir dazu. Als erfahrene Reiterinnen entfernen wir uns nach Absprache von der Gruppe, um mal richtig ‘Gas’ zu geben. Nach 15 Minuten strammen Galopps erreichen wir unseren Treffpunkt – einen kleinen See, wo bereits ein köstliches Picknick wartet. Aber vorher gehen wir noch mit den Pferden schwimmen: Eine wunderbare Abkühlung! Am Nachmittag fahren wir zu Ants Nest und werden dort von Ant und Tessa begrüßt. Im Privathaus der Familie erwarten wir den Sonnenuntergang und die Nashörner, die sich hier fast jeden Abend sehen lassen. Wir sitzen wir noch lange mit unseren beiden Rangern zusammen und lassen den Tag Revue passieren. Die so typische Gastfreundschaft der Südafrikaner wird hier nochmals übertroffen. Mit einer unglaublichen Herzlichkeit werden die Gäste empfangen und man hat zu jeder Zeit das Gefühl bei Freunden zu Besuch zu sein! Am nächsten Morgen darf ich noch einmal ausreiten. Danach heißt es Taschen packen, denn es geht in ca. 3 Autostunden zurück zum Flughafen von Johannesburg. Der Abschied von Südafrika fällt, wie immer, schwer.

Anja Ludewig, Dezember 2013