Reisebericht „Luxus-Safari Südafrika, Reservate im Ostkap“

Shamwari Game Reserve – Amakhala Game Reserve – Kariega Game Reserve:

Anreise Port Elisabeth

Nach einem 11 stündigen Nachtflug mit Lufthansa nach Johannesburg und einem eineinhalb stündigen Anschlussflug mit South African Airlines landen wir erstaunlich munter am frühen Mittag auf dem sehr überschaubaren Flughafen von Port Elisabeth. Trotz der Winterzeit treten wir hinaus in sonnige zwanzig Grad. Die Mietwagenvermietung liegt direkt gegenüber des kleinen Ankunftsterminals, sodass wir bereits 15 Minuten später im Auto in Nord-Östlicher Richtung sitzen – auf dem Weg in die Wildnis!

Shamwari Game Reserve – Eagles Crag Lodge

Nach einer guten Stunde Fahrt verlassen wir die Hauptstraße und fahren noch einmal 15 Minuten auf sandigen Holperwegen, bis wir das Tor zum Eingang des Shamwari-Reservates passieren. Das private malariafreie Wildreservat umfasst stolze 25.000 Hektar. Nach einer weiteren Viertelstunde entdecken wir unsere erste Unterkunft, die etwas versteckt gelegene Eagles Crag Lodge. Hier werden wir mit einem fruchtigen Begrüßungscocktail und herrlich duftenden warmen Handtüchern begrüßt – ein wundervolles Willkommensritual, das uns auch nach jeder Pirschfahrt wieder begegnen wird. Nach einer kurzen Führung durch die liebevoll eingerichtete Lodge geht es auch schon auf zu unserer ersten Pirschfahrt. Unser Guide Jan arbeitet bereits seit 5 Jahren in Shamwari und hat von der ersten Minute an so viel Spannendes zu erzählen, dass wir unsere ersten Löwen beinahe übersehen hätten. Aber Jans Auge entgeht nichts und somit findet der erste Stopp unserer Luxus-Safari Fahrt inmitten eines zehnköpfigen Löwenrudels statt. Es folgen Elefanten, Giraffen und Zebras sowie zahlreiche Antilopenarten und sogar ein Serval, der sich nur sehr selten am Tage zeigt. Total überwältigt kuscheln wir uns daher – gestärkt durch einen Sundownerstopp – auf der Rückfahrt unter die bereit gelegten wärmenden Decken. Denn im Winter wird es morgens und abends sehr kalt in dieser Region.

Preisgekrönte nachhaltige Luxus-Safari

Nach einem reichhaltigen Frühstück werden wir am nächsten Morgen zu einer Rundfahrt durch das Reservat abgeholt. Shamwari wurde für seine hervorragenden Leistungen zum Erhalt von Flora und Fauna mit zahlreichen nationalen und internationalen Preisen ausgezeichnet. Den ersten Beleg dafür erleben wir im Born Free Center. Hier wird für die regionale, aber auch internationale Öffentlichkeit erlebbar gemacht, warum wilde Tiere nicht in Gefangenschaft gehalten werden sollen. Wir sind überwältigt von den einzelnen Schicksalen der geretteten Wildkatzen und dem Engagement der Mitarbeiter. Ein weiteres Beispiel ist das Shamwari Rehabilitation Centre, eines der besten im Süden Afrikas. Hier werden verwaiste oder verletzte Tiere gesund gepflegt und behutsam wieder an das Leben in der Wildnis gewöhnt. Aber wir dürfen nicht nur über das Bemühen um den Erhalt der Tierwelt staunen – auch die Unterkünfte und der Service für die Gäste lassen wirklich keine Wünsche offen. Jede der sieben luxuriösen Lodges, die unser Fahrer uns zeigt,  hat ihren ganz eigenen Charakter. Ob für eine Reise mit Kindern, als romantischem Trip zu zweit oder als aktive Gruppe –  hier findet jeder das, was er sich wünscht. Während wir auf dem Rückweg noch rätseln, welche Lodge denn nun unser Favorit ist, begegnen wir einer Flusspferdfamilie, die sich am Flussufer sonnt und dann langsam in den Bushmans River zum abendlichen Bad gleitet. Was für ein Abschluss für einen wirklich beeindruckenden Tag.

Amakhala Game Reserve – Hlosi Lodge

Obwohl wir heute weiter fahren werden, starten wir morgens noch zu einem weiteren Gamedrive durch das Shamwari-Reservat. Eigentlich dachten wir, unsere bisher gesehenen Highlights wären nicht mehr zu überbieten.  Aber dann begegnen wir in der noch kühlen Morgensonne zwei Gepardenbabies und ihrer Mutter– ein magischer Moment. Und spätestens nach dem folgenden Bushwalk, bei dem wir zwei Gepardenmännchen aus nächster Nähe beobachten können, sind wir sicher, dass dieses Gameviewing nicht zu überbieten sein wird.

Wir verlassen Eagles Crag nach einem leckeren, aber schnellen Lunch und fahren bereits 30 Minuten später durch das Tor des angrenzenden Amakhala Reservates. Dieses Reservat ist mit 7.000 Hektar deutlich kleiner als Shamwari, hat aber durch die abwechslungsreiche Landschaft, den Bushmans River und die dort lebenden „Big Five“ ebenfalls einmalige Naturerlebnisse zu bieten. Wir werden in unserer Unterkunft, der Hlosi Lodge, extrem herzlich empfangen und staunen über den tollen Naturpool, in den sich wohl auch schon einmal ein übermütiger Büffel verirrt hat. Auch hier geht es wieder direkt los mit dem komfortablen Safari-Jeep und wir begenen einer ganzen Elefantenherde – zum Anfassen nah. Nach einem atemberaubenden Sonnenuntergang dürfen wir ein wunderschönes Abendessen in der Boma genießen. Und während uns unser Ranger am knisternden Lagerfeuer Geschichten erzählt, saust tatsächlich eine Sternschnuppe auf uns herab – unser Glück ist perfekt.

Amakhala Game Reserve – Safari Lodge

Amakahla wurde 1999 als ein gemeinsames Naturschutzgebiet von den dort lebenden Farmern gegründet. Die dazu gehörigen Lodges sind alle in unterschiedlichem Privatbesitz und blicken zum Teil auf eine lange Geschichte zurück. Dies wird uns deutlich, als wir am nächsten Tag weitere fünf der neun Lodges besichtigen dürfen. Ob puristisches Zelten in der Wildnis oder 5-Sterne Unterkunft mit Pediküre in der eigenen Suite – auch hier in Amakhala findet jeder Gast sein persönliches Highlight. Wir sind besonders begeistert von Hills Neck, einer kleinen persönlichen Lodge mit vier liebevoll gestalteten Zimmern und einem atemberaubenden Blick über eine große Ebene.  Aber auch unsere Unterkunft für heute Nacht, die eher puristische Safari-Lodge, hat mit dem Blick auf ein Wasserloch einiges zu bieten, wie wir spätestens beim nächtlichen Anblick einer Zebraherde keine hundert Meter von unserem Zimmer entfernt feststellen.

Kariega Game Reserve – Ukhosi Lodge

Heute brechen wir zu unserem dritten und letzten Reservat auf, dem ca. 100 km entfernten Kariega Wildreservat. Dieses 10.000 Hektar große Stück Wildnis ist komplett in Privatbesitz und umfasst 5 verschiedene Ökosysteme. Das wird uns bereits bei unserer Anfahrt deutlich, denn die Natur ist hier wirklich auffallend abwechslungsreich. Unser Guide Victor hat „Naturschutz“ studiert und kann uns an unserem fünften Tag noch so viel Neues zu den Pflanzen und Tieren erzählen, dass wir wirklich beeindruckt sind.  So erfahren wir, welche Pflanze sich zum Zähneputzen eignet, was Nashörner aus ihren „Toiletten“ alles für Informationen lesen können oder wie man im Busch immer den Weg nach Süden findet. Nebenbei besuchen wir auf unserer Fahrt die River Lodge, die wie der Name vermuten lässt direkt am Fluss liegt und ihren maximal 20 Gästen private Bootsfahrten bis zur Flussmündung in Kenton-on-Sea anbietet – Lunch am Strand inklusive. Und auch das „Homestead“, eine exklusiv zu mietende private Lodge, überzeugt uns  durch sein ganz individuelles Serviceangebot – und natürlich auch durch das Giraffenbaby, das vor der Toreinfahrt unseren Weg kreuzt. Auf der einstündigen Rückfahrt durch die dunkle Wildnis – die Sonne geht hier um diese Jahreszeit bereits vor 18.00 Uhr unter – begegnen wir neben vielen Fledermäusen zum krönenden Abschluss noch einmal einem Löwenrudel, das sich direkt neben unserem Weg schlafen gelegt hat und sich auch von Victors Taschenlampe nicht stören lässt.

Kariega Game Reserve – Settlers Drift und Abreise nach Deutschland

Auf persönliche Empfehlung des Eigentümers von Kariega haben wir uns überreden lassen, vor unserem Abflug noch einen Abstecher zur neuesten Lodge des Reservates zu unternehmen, der 5-Sterne-Unterkunft Settlers Drift. Und obwohl wir aufgrund des nun etwas engen Zeitplans zunächst leicht nervös werden, hat sich dieser Besuch mehr als gelohnt. Die extrem luxuriös ausgestattete Hauptlodge ist weitestgehend aus lokalen Materialien erbaut – allein zum Transport des massiven Holztisches wurden 13 Mann benötigt. Der Blick ist unvergleichlich, der Over-The-Edge-Pool  scheint in der Wildnis zu schweben und die neun großzügigen Zeltsuiten lassen keine Wünsche offen. Wir trinken unseren leckeren Kaffee betont langsam aus, wohl wissend, dass wir dieses wunderschöne Fleckchen Erde nun wieder in Richtung Deutschland verlassen müssen. Aber letztlich tun wir es doch.  Nach eineinhalb Stunden erreichen wir den Flughafen von Port Elisabeth – mit unvergesslichen Eindrücken und über tausend Fotos im Gepäck. Auf Wiedersehen Süd Afrika – bis zum nächsten Mal!

 Juni 2015